Ein paar positive Aspekte von gestern:
- Eine mittlerweile echt tolle Basis der Mitglieder. 1.749 Mitglieder waren zum Start da, mit Nachzüglern werden es in der Spitze sicher über 1.800 gewesen sein. An nem Donnerstagabend ist das ein Brett. Auch hat man wieder mal die Leidenschaft von Fußballfans für ihren Verein gesehen. Das so viele Leute so lange in der Halle ausgeharrt haben ist ein starkes Zeichen.
- Nicht alles was durch Mitglieder auf solchen Versammlungen passiert muss mir gefallen, aber trotz des Wahlergebnisses im weitgehenden Sinne der Empfehlungsliste von ZBS hat man auch den Wählerwillen gesehen. Es war kein Durchmarsch, es waren nicht wieder 92 Prozent dahinter. Dieses Mal gab es anders als im Oktober ne echte Auswahl und das haben die Mitglieder genutzt. Für die Zukunft ist das ein wichtiges Merkmal. Denn so gut die Satzungsänderungen vielleicht waren, so sehr ist auch die vordergründige Aufgabe der Initiative nun erledigt und man sollte eine deutlich passivere Rolle nun einnehmen.
- Die zumindest vordergründig gesunden Finanzen. Man hat die FC-typischen Einschränkungen, aber zumindest die Fahrtrichtung stimmt auf jeden Fall.
- Das Bewerberfeld für den Aufsichtsrat. Viele der Bewerber die am Ende nicht gewählt wurden haben einen guten Eindruck hinterlassen. Wenn man dies mit der Vergangenheit vergleicht wo beispielsweise ein Oliver Stauch als unbeschriebenes Blatt und ohne Anwesenheit (nur mit einer Videovorstellung) ins Gremium gewählt wird, weil die anderen Kandidaten nicht überzeugen können ist das ein klarer Fortschritt. All diesen Menschen gebührt Respekt und einige Kandidaten wären im vergangenen Jahrzehnt mit großer Mehrheit gewählt worden.
- Wenn man dabei ist auch Oliver Strauch. Die Wahlempfehlung hat natürlich geholfen, aber ehrlicherweise wird es trotzdem für ein bisheriges Mitglied im Aufsichtsrat sehr schwer gewesen sein noch mal den Einzug zu schaffen. Denn es war kein Selbstläufer. Aber er hat eine gute Rede gehalten und damit dann auch schon in Wahlgang 1 ne größere Anzahl an Stimmen erhalten. Das spricht für ihn.
- Die Rückkehr von Klimmt. Wie beim Aufsichtsrat ist es immer ein Drahtseilakt, wenn Leute aus dem Verein oder aus dem Bewerberfeld aktiv in der Versammlung für Personen aufrufen so wie es ein Nico Weißmann getan hat. Aber die Wahl, zumal zur so späten Stunde, ist auch ein Zeichen, dass nicht alle die Verdienste der Vergangenheit vergessen. Das ist wichtig und richtig. In dem Gremium ist es jetzt auch keine Rückkehr in irgendeine Rolle mit wirklicher Macht innerhalb des Vereins, aber das soll es auch nicht mehr sein. Wie bei Seel oder Schmitt ist es der richtige Ort.
- Die ergriffene Chance durch die Wahl des Aufsichtsrates. Der Verein bekommt ab jetzt eine Chance auf tiefgreifende Veränderungen. Diese Veränderungen sind zwingend nötig, aber kein Selbstläufer. Aber es war wichtig diese Chance durch die Versammlung zu ergreifen, denn es wird wahrscheinlich die einzige Gelegenheit sein.
Und ein paar Hoffnungen:
- Endlich die Umsetzung einer elektronischen Wahl. Lange Versammlungen gehören dazu, ist es doch ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens. Aber es kann nicht der Sinn sein, dass Präsidenten oder Ehrenräte nur von Bruchteilen der anwesenden Mitglieder gewählt werden. Und zwar nicht weil wie früher ne große Anzahl an Mitgliedern kein Interesse daran hat, sondern einfach die Zeit ausgeht. Leute die am nächsten Tag normal arbeiten oder andere Verpflichtungen haben können nicht noch in Massen Nachts um 3 noch in der Saarlandhalle wählen. Das ist sehr schade, weil sowohl Frau Haupenthal als auch Jörg Alt, die Ehrenräte und mit Sicherheit auch die Kassenprüfer es verdient gehabt hätten sich einer volleren Halle zur Wahl zu stellen. Man hatte auf der Versammlung mit Satzung und 1.Wahlgang Aufsichtsrat schon über drei Stunden Wartezeit beim Auszählen. Also bist du am Ende der Versammlung noch weit darüber. Mit elektronischer Abstimmung wo du über ein gestelltes Gerät mit Mitgliedsnummer/Code/QR-Code dich einloggst dauert eine Auswertung ne Minute und die technische Hilfe für Menschen die nicht so sehr mit der Technik vertraut sind wird man auch hinbekommen. Auch würde es viele der gestern aufgestellten Probleme lösen.
- Mehr gesunder Menschenverstand, weniger Egoismus oder Erbsenzählerei. Man muss Dinge rechtssicher machen, man muss die Dinge auch mit der gebotenen Ernsthaftigkeit angehen. Aber man muss auch nicht diese gefühlte Haltung von "Hauptsache ich kann was Sabotieren" haben. Wenn dann auch noch wirklich intelligente Menschen in ihren Berichten rechtliche Fragen aufwerfen die sie verstehen müssen aufgrund ihrer Vergangenheit muss man irgendwann nach Verständnis suchen. Und mehr Sachlichkeit. Auf diesen Veranstaltungen passieren leider immer zu viele Dinge, die nicht passieren sollten. Auch von Mitgliedern. Oft genug reicht es ja schon, dass der Ton nicht gerade dem Leitbild entspricht.
- Einbindung der bisherigen Abteilungsleiter in den Verein. Sie sind in der neuen Satzung nicht mehr vorgesehen, werden nicht mehr gewählt. Aber ihr Job macht absolut Sinn und so sollte sich der Aufsichtsrat und irgendwann auch die neuen Vorstände darum bemühen Leute wie Winnie Klein, Weißmann oder Jörg Alt in ihrer bisherigen Funktion weiter als Ehrenamtlich im Club zu halten. Ehrenamtler braucht es in Zukunft so oder so weiter und diese Leute haben sehr viel für den Club geleistet.
- Ruhe. Die Umstellung wird Zeit brauchen, die Reformen kann man erst in Jahren. Das muss allen Seiten klar sein, auch wenn natürlich kurzfristige Themen angegangen werden müssen. Positiv wird sein, dass nun zeitnah der Verein um die Finanzierung der nächsten Saison weiß, dann auch Planungen vorantreiben kann. Die anderen Themen brauchen aber Zeit und der Verein wird nicht Anfang Februar um 180 Grad auf Professionell gedreht sein. Es braucht also Ruhe, auch nen gewissen Vertrauensvorschuss und nun erst mal auch eine etwas gedrosselte Stärke an Einmischung in die inneren Abläufe des Vereins.