Nicht nur in Anbetracht des heutigen Spiels, sondern als Entwicklung der letzten 1,5 Jahre möchte ich mal etwas loswerden:
Mein Gefühl sagt mir, dass die Virage mit den vielen melancholischen Liedern ein Stück weit das Stadion verloren hat. Früher gab es deutlich mehr klare Schlachtrufe, die das ganze Rund wirklich mitgenommen haben. Diese wuchtigen, einfachen Gesänge, bei denen automatisch jeder einsteigt – genau die vermisse ich zunehmend.
Bestes Beispiel vor zwei Wochen nach dem Ausgleich gegen Cottbus: Ich hatte den Eindruck, dass genau dieser Moment verpasst wurde, um das Stadion richtig anzuzünden. Stattdessen wird direkt wieder mit ruhigen, melancholischen Liedern eingestiegen – und so kommt einfach keine echte Dynamik von den Rängen auf.
Gerade in solchen Phasen braucht es rohe Energie, kurze, aggressive Calls, die sofort greifen. Wenn man da mit längeren, getragenen Gesängen beginnt, ist es extrem schwer, diese Wucht zu entwickeln, die eine Mannschaft tragen kann.
Was mir besonders auffällt: Nicht einmal mehr das über Jahrzehnte präsente „Schalalalala“ ist mehr zu hören. Das war früher ein Selbstläufer – heute bleibt es oft aus.
Versteht mich nicht falsch: Die Lieder haben ihre Berechtigung und sind teil und Aushägeschild unserer Kurve. Aber aktuell fehlt mir die Balance. Weniger Melancholie, mehr einfache Mitmach-Rufe. Mehr Momente, in denen wirklich alle dabei sind – nicht nur die Kurve.
Lalalalla es wirkt auch auf mich eher einschläfernd.
Mich würde ehrlich interessieren, wie ihr das seht.