.... und auch bei unserem eigenen Treffer, einem Elfmeter, mehr Glück als Verstand, dass wir den am Ende noch irgendwie über die Linie drücken konnten im dritten Versuch.
Wir sind gestern wie in Mannheim, wie in München, wieder früh in Rückstand geraten, haben die Anfangsphase erneut total verschlafen, genau wie letzte Woche gegen die Hoffenheim-Bubis. Dort gingen wir zunächst zwar glücklich in Führung, haben trotzdem wenige Minuten später dann erstmal wieder früh zurückgelegen.
Man kann also durchaus gewisse Muster erkennen, dass wir trotz der prekären sportlichen Situation nicht mit der nötigen Konzentration in die Spiele reingehen, sondern immer erstmal einen "Wachmacher" in Form von einem Rückstand benötigen, um auch im Spiel und im Abstiegskampf anzukommen.
Viele Torchancen haben wir uns gestern auch nicht erspielt, es waren überwiegend Distanzschüsse oder Situationen nach Ballverlusten der Rostocker im Spielaufbau. Unsere Stürmer selbst blieben völlig harmlos, selbst an eine Chance von Pick kann ich mich gerade nicht mehr erinnern.
Äußerst bedenklich fand ich außerdem, dass wir nach 60 Minuten ziemlich platt gewesen sind, nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass man diesen Eindruck gewinnen konnte.
In Summe würde ich den Punkt gestern eher als ziemlich glücklich einstufen. Fakt ist, dass wir nach wie vor zu abhängig sind von Einzelaktionen und der Tagesform von Pick. Ob das auf Dauer im Abstiegskampf ausreichen wird, weiß ich nicht, die Wahrheit sind dagegen zwölf sieglose Spiele in Folge, sechs von 36 möglichen Punkte seit Mitte September, eine Auswärtsbilanz von 0,7 Punkten im Schnitt und und auch nach dem Trainerwechsel ein Punkteschnitt von 0,5 Punkten pro Spiel bislang. Die schwächste Mannschaft der letzten Monate neben Schweinfurt. Letzte Woche hatten wir Pech, das stimmt, da wäre ein Sieg aufgrund der zweiten Hälfte durchaus verdient gewesen, dafür sollte man nicht vergessen, dass wir zu Saisonbeginn Siege eingefahren haben, die nicht zwingend verdient, sondern teilweise eher in die Kategorie glücklich einzuordnen gewesen sind. Diese glücklichen Siege sind es allerdings, die uns aktuell überhaupt noch über dem Strich stehen lassen.
Nochmal, es geht erkennbar leistungsmäßig aufwärts, aber häufig leider nur phasenweise und nicht über 90 Minuten insgesamt. Verschlafene Anfangsphase, individuelle Fehler in der Defensive, schlechte Standards offensiv wie defensiv, mangelnde Chancenverwertung, möglicherweise konditionelle Schwächen. Abgesehen von gestern vielleicht, zudem häufig auch noch fehlendes Spielglück.
Das ist in Summe eine schwierige Kombination, um von einer sensationellen Rückrunde träumen zu können, so wie es unser "neuer" Spielführer offenbar tut. Nicht falsch verstehen, ein bisschen Optimismus schadet in unserer Situation sicherlich nicht, aber den Realismus sollte man dennoch nicht aus den Augen verlieren, das halte ich nach wie vor für höchst problematisch.
Ich glaube aktuell auch noch nicht an die Rückkehr von Spielern wie Sontheimer oder Vasiliadis zu Beginn der Rückrunde, gerade Spieler wie Schmidt oder Neudecker zeigen doch, wie lange es braucht nach langen Verletzungspausen, um wirklich wieder in Form zu kommen. Beide haben das bis heute immer noch nicht geschafft, wenn man ehrlich ist.
Meiner Meinung nach fehlt uns immer noch ein guter Innenverteidiger zusätzlich, ein guter Außenverteidiger und, sollten sich die Wege mit Baumann trennen, auch ein treffsicherer Mittelstürmer/Offensivspieler neben Florian Pick. Machen wir uns nichts vor, ER ist in dieser Saison bislang unsere einzige (Über-) Lebensversicherung, auch gestern wieder war er an unserem Treffer beteiligt durch das Herausholen des Elfmeters.
Ohne ihn sähe es noch viel finsterer im Abstiegskampf aus, als es das ohnehin schon tut, wer das nicht erkennt und endlich aufwacht, der könnte im Mai nach wie vor sein blau-schwarzes Wunder, oder eher gesagt, eine böse Überraschung erleben.
Sorry, für diesen Beitrag kurz vor Weihnachten, aber ich habe wirklich das ungute Gefühl, dass der ein oder andere nach wie vor im Abstiegskampf erst noch wachgerüttelt werden muss. Hoffentlich muss man im neuen Jahr nicht erst wirklich unter den Strich rutschen, was gegen Cottbus durchaus passieren könnte, bei einem erneuten Nichtsieg, um endlich den Ernst der Lage zu erkennen.