Ja, das finde ich auch bemerkenswert. Einige hier haben ihre Meinung zuletzt um 180 Grad gedreht, ausgerechnet diejenigen, die den Ziehl-Kritikern hier immer ans Bein gepinkelt haben.
Jeder mit ein bisschen Fusballsachverstand konnte erkennen, dass es auch in diesem Jahr mit diesem Trainer nichts werden würde. Einige haben allerdings immer nur ihre blau-schwarze Brille auf und sehen nur das, was sie auch sehen wollen. Realitätsverlust nennt man das, damit haben sie wenigstens etwas mit unserem Rüdiger gemeinsam.
Es geht auch nicht darum, Recht zu behalten, oder es immer schon gewusst zu haben, sondern vielmehr darum, dass es besser ist, offensichtliche Probleme und Baustellen zu benennen, als immer nur zu sagen, es wird schon alles irgendwie gut gehen. Geht es eben meistens nicht.
Beispiele gefällig:
Auf die Sturmmisere wurde im Sommer hingewiesen, davor gewarnt, auf einen Schmidt zu setzen nach der langen Verletzung oder sogar noch auf einen Jacob zu setzen. Hat beides bekanntlich nicht funktioniert. Schmidt spielt keine Rolle mehr, Jacob ist Sportinvalide. Die mit Abstand schwächste Offensive aller Aufstiegskandidaten.
Stichwort Außenverteidigerpositionen.:
Im Sommer kritisiert, dass man nur einen Linksverteidiger verpflichtet hat und nach wenigen Spieltagen bereits angemerkt, dass Schumacher kein Ersatz für Gaus oder Sanchez ist. Ergebnis, Schumacher spielt überhaupt keine Rolle mehr, auch der enttäuschende Fahrner zuletzt nicht mehr als Rechtsverteidiger.
Beispiel Verletzungsauffälligkeiten und die Kritik daran, mit Spielern wie Thoelke, Uaferro oder auch Becker verlängert zu haben.
Ergebnis: Uaferro hat diese Saison praktisch überhaupt nicht gespielt, Thoelke jetzt kurz vor Saisonende mit seinem zweiten Startelfeinsatz überhaupt am 34. Spieltag und Becker auch wieder wochenlang raus.
Über die sehr beschränkten taktischen Fähigkeiten des Trainers, die ebenfalls offensichtlich sind, wurde dann noch überhaupt nicht einmal gesprochen, aber alleine der Manager hat in diesen Punkten kläglich versagt. Wenn ich das als Außenstehender so beurteile und einschätzen kann, der dafür verantwortliche und hochbezahlte Manager aber nicht, dann sollte man sich durchaus auch einmal hinterfragen als sportliche Verantwortliche im Verein.
Heute sah man dann gewissermaßen das Ergebnis dieser sportlichen Fehlplanungen mit dem vorzeitigen Ende aller sportlichen Träume in Sachen direktem Aufstieg gegen Dynamo Dresden, wohlgemerkt bereits vier Spieltage vor Schluss.
Kritik ist meiner Meinung nach immer dann berechtigt, wenn sie sachlich ist und auch ausführlich begründet wird, nur so kann man auf Missstände hinweisen und vor Problemen warnen.
Jetzt, wo das Kind wieder einmal in den Brunnen gefallen ist, haben es natürlich plötzlich alle schon immer gewusst eigentlich. Die Betroffenen und damit Gemeinten dürfen sich gerne angesprochen fühlen.