Die Lage beim FCS
Einen einzigen Punkt holte der FCS aus den drei Spielen im Jahr 2026, leistete sich nach der Niederlage bei Viktoria Köln am vergangenen Samstag auch eine 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Osnabrück. Das Fazit konnte dabei in großen Teilen aus den vorherigen Spielen übernommen werden. Man hätte das Spiel nicht verlieren müssen, konnte sich für erneut großen Invest aber nicht mit der nötigen Treffern belohnen und leistete sich in der Defensive (in dem Falle nach einer Ecke) einmal mehr einen Tiefschlaf samt dem entscheidenden Gegentreffer. Der erneut frühe Rückstand verfehlte seine Wirkung sein, auch konnte man im zweiten Abschnitt kaum noch für Torgefahr sorgen. Man wartet nun mittlerweile seit stolzen 15 Spielen auf einen Sieg und muss sich neben allen sportlichen Schwierigkeiten auch mit den Problemen im Kopf beschäftigen. Man spielt nicht schlecht, man bemüht sich Woche für Woche und kann sich keinen Vorwurf in Sachen Einsatz und Bemühen machen. Trotzdem ist man in den letzten beiden Spielen weit weg von einem Sieg gewesen. Wenn nicht schon seit Wochen alle Alarmglocken läuten würden, so wäre diese Kombination ein besorgniserregendes Signal. Nachdem bereits im Dezember der Trainerwechsel in Sachen Ergebnisse verpuffte hat man nun auch die Aufbruchstimmung rund um die Mitgliederversammlung und dem Heimspiel gegen Cottbus nicht nutzen können. Aufbruchstimmung ist spätestens seit Osnabrück nicht mehr vorhanden und man steht umso mehr mit dem Rücken zur Wand und muss sich aus dem Schlammassel ziehen. Der Druck ist nun gewaltig und es wird es auch am Samstag in Aue sein. Ein Ausbruch aus der derzeitigen Situation wird nur mit Siegen und Erfolgserlebnissen möglich sein. Alles andere hilft nicht mehr um sich gegen die Negativspirale zu wehren und dies wird einzig die Mannschaft selbst tun können. Indem sie sich aus den vorhandenen Stärken der letzten sechs, sieben Spiele ein das höchstmögliche Maß an Selbstvertrauen holt, indem sie ein gewisses Maß an Lockerheit mit ins Spiel bringt und die nötigen Dinge mal über 90 Minuten aufs Feld bringt. Also eine angemessene Defensive über 90 Minuten und ohne Aussetzer vorweisen kann, gleichzeitig im Offensivspiel auch den Torbann bricht und generell effektiver ist als zuletzt. In der Situation muss es auch egal sein ob man im Park oder Auswärts spielt. Ziel muss es sein sich in der Frühphase des Spiels - zur Abwechslung mal - Selbstvertrauen aus guten Aktionen zu ziehen (statt in Rückstand zu geraten), mehr und mehr die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen und sich dann Treffer und einen Sieg nicht nur mit der Leistung zu verdienen, sondern auch in die Realität umzusetzen. Auch die Gastgeber aus dem Erzgebirge befinden sich vollends im Abstiegskampf. Seit dem vierten Spieltag lag man nie mehr oberhalb von Platz 16, meisten sogar auf einem der Abstiegsränge und so ist es auch aktuell der Fall. Aus den letzten neun Ligaspielen gab es nur einen Sieg, wobei man sich vor Jahresfrist zumindest stabilisieren konnte. In den letzten sechs Spielen gab es nur eine Niederlage gegen Wiesbaden, dazu kamen vier Unentschieden und ein deutlicher Sieg über Schweinfurt. Im Jahr 2026 folgte bis dato drei Niederlagen in Rostock, Havelse und im Heimspiel gegen Ulm. Die jüngste Niederlage in Havelse führte zur Entlassung von Trainer Härtel, Nachfolger ist Christoph Dabrowski. In Aue werden daher die Uhren auf Null gesetzt, in den Vergangenheit war die Mannschaft in einem 4-2-3-1-System unterwegs gewesen.
Auf Seiten des Personals ist durch Sperren keine Veränderung vorhanden, weiterhin sind fünf Akteure (Luginger, Schumacher, Sonnenberg, Brünker, Bretschneider) vorbelastet. Voraussichtlich sechs Spieler nicht zur Verfügung stehen. Multhaup ist seit November raus, eine zeitnahe Rückkehr nicht in Sicht. Nickisch fehlt mit einem Muskelfaserriss. Naifi ist noch auf dem Weg ins Mannschaftstraining. Zeitz leidet an einer Zerrung in den Adduktoren, sollte keine Ewigkeit fehlen. Auch bei Brünker (Überdehnung Bänder) sollte eine zeitnahe Rückkehr realistisch sein. Beide Akteure werden für Samstag keine Alternative sein. Bei Sonnenberg sollte man weiter von einem Ausfall ausgehen. Beim Kapitän wurde zwar öfter mal eine Rückkehr ins Mannschaftstraining angekündigt, konnte dann jedoch wie in der Vorwoche nicht umgesetzt werden. Ob wenige Einheiten (wenn er denn in der Woche wieder im Mannschaftstraining sein sollte) ausreichen um wieder eine Option zu sein? Der Rückstand (auch mit den Problemen aus Dezember) ist groß. Ohne die sechs Spieler stünden maximal 23 Spieler, darunter zwei Torhüter, zur Verfügung. Nicht im Kader stehen können dann drei Akteure.
Bei der ersten Elf ist man weiterhin an einem Scheideweg. Trotz der fehlenden Ergebnissen kann man aufgrund der gezeigten Leistungen weiter am bisherigen Grundprinzip festhalten und lediglich geringfügige oder vielleicht auch keine Veränderungen vornehmen. Ebenso bietet sich weiterhin die Möglichkeit eine größere Rotation vorzunehmen und anderen Spielern eine Chance zu geben, auch wenn die Wechsel gegen Osnabrück sich nur bedingt auszahlten. Bisher hat man sich hier bei allen Problemen um Kontinuität bemüht, um sich auf diesem Wege die nötige Sicherheit zu holen. Mit zwei Ausnahme hat man unter Luginger immer die gleiche Viererkette aufgeboten. Nicht der Fall war es gegen Essen (Bretschneider Comeback als Einwechselspieler) und Hoffenheim II (Sperre Wilhelm). Ausgezahlt hat sich das Vertrauen noch nicht, ein Spiel zu Null war nicht dabei. Gegen Osnabrück kassierte man immerhin mal kein Tor aus dem laufenden Spiel heraus. Auf die Chance warten tun zwei Spieler. Für die Außenbahn - hier dann für Bretschneider - ist es Fahrner. Er dürften dann rechts verteidigen während Rizzuto auf die linke Seite wechseln würde. Für die Innenverteidigung hat man Bichsel als Alternative. Beide Akteure sind im Jahr 2026 noch ohne Einsatzminuten. Schumacher dürfte indes klarer Streichkandidat als vierter Außenverteidiger bleiben.
Welche Lösung man im zentralen Mittelfeld wählen wird? Sontheimer wird gesetzt sein, wird weiterhin als Kapitän auflaufen. Gegen Osnabrück rückte Krahn an seine Seite und zeigte im Grunde ein gutes Spiel. Damit könnte er auch weiterhin der Partner sein. Zusätzlich ist Kamara zurück und sollte von Woche zu Woche wieder mehr zur Option für diese Rolle werden. Bisher hatte er nach seiner Verletzung in 2026 noch keine Einsatzzeit bekommen. Die dritte Position ginge dann mutmaßlich an Vasiliadis. Gegen Osnabrück pennte er beim Gegentor, war abgesehen davon der beste FCS-Spieler auf dem Feld. Man geht natürlich trotzdem ein Risiko ein. Einmal kann er noch lange nicht über 90 Minuten gehen, in den letzten beiden Spielen war es jeweils ne Stunde. Gegen Osnabrück war seine Auswechslung dann auch ein klarer Bruch im FCS-Spiel. Zweitens haben zu viele (und zu schnelle) lange Einsätze nach seinen Verletzungsphasen in der Vergangenheit immer wieder zu Rückschlägen und erneuten Ausfällen geführt. Nimmt man ihn raus, so wäre Civeja erste Wahl. Gleiches gilt für einen Ansatz mit Civeja generell im Zentrum, dann dürfte Vasiliadis statt Krahn in die hintere Rolle schlüpfen. Caliskaner konnte die Joker-Chance gegen Osnabrück nicht nutzen, Neudecker stand erneut nicht im Kader. Überraschungen sind immer möglich, ihre Situation wird sich aber eher nicht verändern.
In der Offensiven sollten zwei Positionen fest sein. Dies betrifft Pick auf Rechts. Den besten Scorer und der einzige Spieler der zuletzt mal getroffen hat wird man nicht aus der Mannschaft nehmen, kann man sich auch gar nicht leisten. Dies betrifft Baumann im Sturmzentrum. Man hatte erwartungsgemäß seine Schwierigkeiten durch den anderen Stürmertyp, wird dies auch weiterhin haben. Aber er hat das erste Spiel seit längerer Zeit trotzdem nutzen können um die Ansätze seiner Vorzüge zu zeigen und ihn dann direkt wieder aus dem Team zu nehmen wäre merkwürdig. Jetzt muss er erst mal etwas Vertrauen bekommen. Mit Schmidt hat man dann seinen Joker auf der Bank während Wollschläger erneut ein Streichkandidat sein wird. Offen ist die linke Außenbahn. Gegen Osna kam hier Civeja zum Einsatz womit man die großen Probleme auf der Position offen legte. Der Spieler ist kein Außenbahnspieler und seine Stärken passen auch nicht auf die Rolle. Rabihic hatte jedoch einen schwierigen Start in 2026, kam im letzten Spiel auch gar nicht zum Einsatz während Elongo-Yombo zwar Minuten bekam, aber insgesamt auch nicht überzeugen konnte. Groune wurde gegen Osnabrück spät eingewechselt, aber Civeja und Caliskaner wurden ihm vorgezogen.

Nicht im Kader stünden Schumacher, Caliskaner (wahrscheinlich eher Neudecker) und Wollschläger. Schumacher als vierter Außenverteidiger ist erwartbar, Wollschläger ist Stürmer Nummer 3. Neudecker/Caliskaner wäre das Opfer des Überangebotes im zentralen Mittelfeld. Hier hat man mit Krahn, Kamara und Neudecker/Caliskaner bereits drei Spieler und braucht nicht noch einen vierten Akteur.