Die Lage beim FCS
Der Heimsieg über Waldhof Mannheim am letzten Samstag beendete auch die letzten Minimalzweifel, der FCS hat den Klassenerhalt am drittletzten Spieltag der Saison auch rechnerisch geschafft. Damit war im Januar und Februar - als es eigentlich nur darum ging wann der FCS mit seiner Sieglos-Serie auf einen Abstiegsplatz fällt - nicht zu rechnen. Der erneute Trainerwechsel zahlte sich aus, in 13 Spielen unter Giannikis sammelte man 20 Punkte. Die Mannschaft wurde stabilisiert, konnte wieder Spiele gewinnen und sich trotz schwieriger Situation und einiger Rückschläge aus dem Abstiegskampf befreien. Großes Aufatmen ist die Folge, zwei Spiele um die goldene Ananas nimmt man nach der schwierigen Saison sehr gerne an. Auch das Heimspiel gegen Mannheim war im Grunde schon ein Spiel ohne sportlichen Wert, der FCS ließ nach dem Klassenerhalt jedoch nicht sämtliche Spannungen fallen und setzte sich mit einer vernünftigen Leistung mit 2:0 gegen die Mannheimer durch. Ähnliches sollte man auch für Sonntag erwarten. Man hat keinen Druck mehr, man wird aufgrund der Tabellensituation auch nicht mehr die größten Emotionen in die Begegnungen bekommen. Mit Blick auf das Pokalfinale gegen Homburg gilt es jedoch den Grundfokus zu halten und die eigene Entwicklung unter Giannikis nicht komplett über Bord zu werfen. Außerdem gilt es die so schwierige Saison vernünftig zu Ende zu spielen und auch nach Möglichkeit noch ein bisschen Freude zu machen. Dazu hat man die Möglichkeit noch mal Spieler an das Team zu führen. Gerade Naifi ist hier ein Thema für regelmäßige Spielminuten. Auch Kamara kann man in den beiden Spielen weiter an die Mannschaft führen. Auch kann und wird man Manuel Zeitz vor seinem Karriereende noch mal im FCS-Trikot im Einsatz sehen nachdem er in der Liga seit Mitte Januar nur einen Kurzeinsatz zu verzeichnen hatte. Die Gastgeber aus Hoffenheim erleben eine schwierige Rückrunde. Nach der so starken Hinserie (Platz 7, 31 Punkte) folgten nur noch neun Punkte im zweiten Halbjahr, gerade einmal zwei Siege in 17 Spielen stehen zu Buche. Aufgrund der Hinserie und der geringen Punkteanzahl der vier Absteiger ist man aber ebenfalls seit dem vergangenen Wochenende sicher gerettet und wird in ein zweites Jahr in der 3.Liga gehen. Am vergangenen Wochenende verlor man bei Jahn Regensburg mit 1:2, kassierte die dritte Niederlage in Folge und wartet insgesamt seit fünf Spielen auf einen Sieg. Den letzten Dreier gab es beim 5:3-Erfolg in Aue, den letzten Heimsieg im Dezember gegen Wiesbaden.
Das Thema der Sperren ist für den FCS in den letzten Wochen ein permanentes Thema gewesen, weiterhin sind vier Spieler (Schumacher, Sonnenberg, Pick, Sontheimer) mit vier gelben Karten vorbelastet und müssten bei einer weiteren Verwarnung im letzten Ligaspiel gegen Rostock zuschauen. Angesichts der Tabellensituation wären Sperren natürlich zu verkraften, am Sonntag ist jedoch kein Spieler von einer Gelbsperre betroffen. Angreifer Dominik Baumann muss das zweite und letzte Spiel seiner Rot-Sperre absitzen. Neben Baumann werden auch Neudecker (Kreuzbandriss) und Schumacher (Operation) fehlen. Beide Akteure stehen in der Saison voraussichtlich nicht mehr zur Verfügung. Caliskaner fehlte in den vergangenen drei Spielen mit Knieproblemen, Verfügbarkeit ist offen. Wilhelm hatte rund um Mannheim ebenfalls Probleme mit dem Knie. Laut Aussage auf der Pressekonferenz ist es nichts dramatisches, trotzdem könnte der Innenverteidiger weiter fehlen. Bretschneider musste früh gegen Mannheim ausgewechselt werden, muss ebenfalls mindestens mit einem Fragezeichen versehen werden. Eine frühe verletzungsbedingte Auswechslung erlebte auch Luca Wollschläger am Sonntag beim Spiel der zweiten Mannschaft. Fehlen die vier fraglichen Spieler könnten - ohne sonstige Ausfälle - bis zu 22 Spieler zur Verfügung stehen, zwei Akteure würden den Sprung in den Kader verpassen.
Im Tor ist Menzel der gesetzte Mann, konnte zuletzt auch wieder an die Form der Vorsaison anknüpfen. Die entscheidende Frage wird sein wie man mit Blick auf Homburg verfahren möchte. Plant man da wie bei den bisherigen Pokalspielen mit Paterok im Tor? In dem Fall wäre es sinnvoll ihm auch in der Liga weitere Spielpraxis zu geben. Auch wenn man mit Menzel im Pokalfinale plant, so wäre ein Einsatz für die Nummer 2 in den verbliebenen beiden Ligaspielen sehr naheliegend. Zentral in der Innenverteidigung stehen bis zu vier Alternativen parat, wenn Wilhelm einsatzfähig sind. Wilhelm und Bichsel sind auch die sportlichen Stammspieler. Bormuth übernahm gegen Mannheim den Posten von Wilhelm, dazu hat man noch Sonnenberg in der Verlosung. In den letzten beiden Ligaspielen kam er von der Bank, spielte zudem in Jägersburg über 90 Minuten. Auch mit Blick auf das Pokalfinale könnte er einen Startelfeinsatz erhalten. Bei den Außenverteidigern wird man weniger Spielraum haben. Steht Bretschneider nicht zur Verfügung oder möchte man kein Risiko eingehen, so hat man lediglich noch Fahrner auf rechts und Rizzuto auf Links übrig. Gerade Fahrner ist abseits des Personals ein Spieler der in der aktuellen Saisonphase auch seine Chance auf weitere Einsätze erhalten sollte.
Sontheimer, Vasiliadis und Civeja haben sich in den letzten Wochen als Stammpersonal im zentralen Mittelfeld etabliert und rein sportlich gibt es keinen Grund für Veränderungen. Man hat natürlich Optionen. Krahn wäre im defensiven Bereich ein Spieler der Spielpraxis bekommen könnte, Zeitz ebenso auf der Abschiedstour. Gegen Rostock wird er sicher starten, so das man am Sonntag wohl eher die sportliche Schiene im Blick haben wird. Spielminuten für Kamara sind zu erwarten. Im Pokal in Jägersburg hatte er den ersten Einsatz, eineinhalb Wochen später dürfte er aber kaum für einen Einsatz von Beginn an in Frage kommen. Für die Zehnerposition wäre Rabihic die Option, eventuell kann auch Caliskaner (sofern fit) noch mal Spielpraxis sammeln. Auf den offensiven Außenbahnen sind Pick und Multhaup die gesetzten Akteure und im Normalfall führt auch kein Weg an einem der beiden Spieler vorbei. Naifi wird Spielpraxis bekommen, jedoch in der Liga noch nicht für die Startelf in Frage kommen. Bei Groune werden - auch mit dem Probetraining in der Vorwoche - die Zeichen klar auf Abschied stehen, seine sportliche Rolle sollte sich nicht verändern. Will man wechseln, so ist demnach wieder Elongo-Yombo die erste Wahl. Im Angriff stehen womöglich nur Brünker und Schmidt zur Verfügung, sofern Wollschläger fehlt. Brünker ist klar die erste Wahl im Sturm, sollte auch beginnen. Aber auch Schmidt dürfte zum ersten Mal seit Februar dann Minuten in der Liga bekommen. Ist Wollschläger fit könnte dagegen der jüngere Spieler erneut den Vorzug für den Kader erhalten.
